Optimierung der Wald-Werk-Holzbereitstellungskette (HoBeOpt)

Forschung und Entwicklung für die gesamte Wertschöpfungskette in der Holzlogistik und Biomassenutzung

Analyse, Bewertung und Weiterentwicklung von Rundholzmessverfahren und Logistikprozessen im Rohholzhandel

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Die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland stehen zunehmend unter Druck effizientere Prozesse und Strukturen in der Holzbereitstellung und im Rohholzeinkauf zu schaffen. Zur Steuerung von Logistikprozesse, zur Abrechnung der Dienstleistungen und der Verkaufsmengen sowie zum Herkunftsnachweis werden die Rohholzmengen aktuell noch an verschiedenen Schnittstellen immer wieder neu erfasst. Dabei kommen unterschiedliche Rundholzmessverfahren mit unterschiedlichen Zielgrößen wie Festmaß, Raummaß und Gewicht zur Anwendung. Das Aufkommen neuer Messverfahren sowie der Möglichkeit, einmal erfasste Daten zur Optimierung des Logistikprozesses für alle Akteure in digitaler Form nutzbar zu machen, bietet Potentiale zur Effizienzsteigerung im Bereich der Datenerfassung, -übermittlung und -verarbeitung. Die oft kleinteiligen Strukturen und die Komplexität der Geschäftsverflechtungen des Clusters Forst und Holz hemmen jedoch die Marktdurchdringung moderner Technologien und effizienter Prozesse.

Das Projekt verfolgt das Gesamtziel, vorhandene Wissenslücken über Verkaufs- und Einkaufsprozesse sowie der hierin eingebetteten Rundholzvermessungsverfahren zu schließen. Es werden u.a. folgende Einzelziele verfolgt:

  • Beschreibung und Analyse der an den zentralen Schnittstellen der modernen Logistikkette verwendeten Rundholzmaße und Maßermittlungsverfahren und vergleichende Darstellung der erforderlichen Genauigkeitsanforderungen
  • Algorithmen zur automatisierten Qualitätserfassung
  • Analyse des Einflusses volumen- und qualitätsbeeinflussender Parameter auf das Raummaß
  • Prozessanalyse von Holzbereitstellung, -einkauf- und -verkauf sowie Ableitung von Empfehlungen zur Optimierung der Logistikkette.

Um die erforderliche Akzeptanz zu gewährleisten, wird das Projekt in enger Kooperation mit Praxispartnern aus dem gesamten Cluster Forst und Holz durchgeführt und von den Dachverbänden der beiden Branchen (AGR und KWF e.V.) koordiniert. Sie sind Garant für eine entsprechende Praxisnähe der Projektarbeiten.

Folgende Arbeitsschwerpunkte leisten einen Beitrag zur Erreichung der Ziele des Projektes:

  1. Die Analyse der an den zentralen Schnittstellen der Logistikkette verwendeten Rundholzmaße und Maßermittlungsprozesse, die Erarbeitung einer validen Datenbasis für eine Metadatenanalyse und die Ausführung dieser Metadatenanalyse.
  2. Untersuchung und Bewertung praxisrelevanter und neuartiger Rundholzmessverfahren, vergleichende Präsentation der notwendigen Genauigkeitsansprüche sowie der erreichbaren Genauigkeit für Einzelstämme und Rundholzpolter.
  3. Virtuelle Generierung von Einzelstämmen und Rundholzpoltern zur Untersuchung des Einflusses relevanter Parameter auf das Raummaß sowie Ableitung von sortimentsspezifischen Umrechnungs- und Reduktionsfaktoren.
  4. Forst-Holz-Logistikkette: Prozessanalyse von Holzbereitstellung, Holzeinkauf und -verkauf sowie Ableitung von Empfehlungen zur Optimierung der Holzlogistikkette.

Das Fraunhofer IFF leitet im Rahmen des Vorhabens den vierten Arbeitsschwerpunkt »Forst-Holz-Logistikkette«. Ziel dieses Arbeitspakets ist es, zunächst relevante Einkaufsprozesse für Industrie- und Sägerundholz zu beschreiben, modellhaft abzubilden und zu analysieren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Prozessanalysen und mit Hilfe eines szenario-basierten Vergleichs werden die Veränderungen durch die Einführung neuer Verfahren in den Einkaufsprozessen beschrieben und auf Basis der daraus entstehenden Chancen und Risiken bewertet. Die Szenarien sollen dabei verschiedene Varianten des Einsatzes von Methoden und Verfahren zur Maßermittlung in Art und Anzahl sowie deren Zuordnung zu Prozessschritten abbilden.

In einem weiteren Schritt wird die Akzeptanz der verschiedenen Rundholzmessverfahren und der daraus resultierenden veränderten Holzeinkaufsprozesse bei relevanten Akteuren der Forst-Holz-Kette in einem breiten Kreis mit Praktikern analysiert. Auf dieser Basis können in einem nächsten Schritt zielgerichtete Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz bzw. zum Abbau von Vorbehalten gegenüber einzelnen Maßermittlungsverfahren und veränderten Holzeinkaufsprozesse entwickelt und implementiert werden.

Abschließend ist die Einrichtung von zwei Modellregionen, in denen sortimentsbezogen Forst-Holz-Logistikketten demonstriert werden, um die gezielte Implementierung von technischen und organisatorischen Maßnahmen zum geeigneten Einsatz von Methoden und Verfahren zur Maßermittlung sowie zur Optimierung des Daten- und Informationsflusses bei der Rundholzbereitstellung vorzustellen.

Projektlaufzeit: 1.6.2019 – 31.5.2022

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